📖 Ratgeber · Checkliste
Nicht alles auf einmal – aber mit einem klaren Plan bringst du in 2–3 Gesprächen alles ins Lot. Hier ist was zu tun ist und wann.
Vor der Geburt (spätestens 3 Monate vorher)
- Hebamme suchen – so früh wie möglich im 1. Trimester. In Städten sind Hebammen schnell ausgebucht. Geburtshäuser und freiberufliche Hebammen direkt nach dem positiven Test kontaktieren.
- Risikolebensversicherung abschließen – jetzt, solange ihr gesund seid. Danach kann's teurer werden oder Ausschlüsse geben.
- BU-Versicherung abschließen oder prüfen – ausreichende Rente, keine abstrakte Verweisung, Laufzeit bis 67.
- Steuerklasse optimieren – III/V kann vorteilhaft sein, aber Achtung: Nachzahlung möglich. Durchrechnen.
- Elternzeitplanung abstimmen – wer nimmt wann? Das Timing beeinflusst das Elterngeld erheblich.
- Arbeitgeber schriftlich informieren – Frist: 7 Wochen vor Beginn der Elternzeit.
- Rücklage aufbauen – mindestens 3 Monatsgehälter als Puffer für die Übergangszeit.
- Kita-Anmeldung – in vielen Städten bereits während der Schwangerschaft möglich und nötig. Krippen-Wartelisten sind lang.
- Testament erstellen – handschriftlich reicht vorübergehend. Wer soll erben? Wer bekommt das Sorgerecht?
Direkt nach der Geburt (erste 8 Wochen)
- Nachsorgehebamme aktivieren – du hast Kassenanspruch auf Wochenbettbetreuung. Bis zu 3h täglich in den ersten 10 Tagen, dann wöchentlich bis 12 Wochen. Die Hebamme kommt zu dir.
- U1 & U2 wahrnehmen – U1 direkt nach Geburt (im Krankenhaus), U2 nach 3–10 Tagen beim Kinderarzt. U-Heft aufbewahren!
- Kind bei der Krankenkasse anmelden – kostenlose Familienversicherung bis 2 Monate nach Geburt möglich (GKV). Bei PKV: Extra-Tarif ohne Gesundheitsprüfung innerhalb von 2 Monaten.
- Elterngeld beantragen – beim örtlichen Elterngeld-Büro, max. 3 Monate rückwirkend. Früh einreichen, Bearbeitungszeit 4–8 Wochen.
- Kindergeld anmelden – bei der Familienkasse der Bundesagentur für Arbeit. Rückwirkend für den Geburtsmonat.
- Kinderdepot eröffnen – ETF-Sparplan für das Kind starten. 50 €/Monat reichen zum Anfang.
- Geburtsurkunde bestellen – du brauchst mehrere Exemplare für Kindergeld, Elterngeld, Bank etc.
Erste 6 Monate
- U3–U6 im Kalender eintragen – U3 mit 4–5 Wochen, U4 mit 3–4 Monaten, U5 mit 6–7 Monaten, U6 mit 10–12 Monaten. Alle kostenlos, alle wichtig.
- Eigene Altersvorsorge weiterführen – auch 50 €/Monat ETF halten den Zinseszins am Laufen. Nicht komplett stoppen.
- Rentenlücke neu berechnen – Elternzeit hinterlässt Lücken in der GRV. Jetzt ist ein guter Zeitpunkt für einen Überblick.
- Kita-Kosten einkalkulieren – Krippe kann 0–800 €/Monat kosten. Frühzeitig im Haushalt einplanen. Steuerlich absetzbar bis 4.000 €/Jahr.
- Testament notariell beurkunden – der handschriftliche überbrückt, aber ein notarielles ist sicherer.
- Sorgerechtsverfügung – wer soll das Kind im Todesfall erziehen?
- Eigenheim-Planung – KfW-Förderungen für Familien, Eigenkapital, Timing. Falls ihr kaufen wollt: jetzt Überblick verschaffen.
U-Untersuchungen auf einen Blick
| Untersuchung |
Zeitpunkt |
Was wird geprüft |
| U1 | Direkt nach Geburt | Vitalfunktionen, Fehlbildungen |
| U2 | 3.–10. Lebenstag | Reflexe, Körpermaße, Herz |
| U3 | 4.–5. Woche | Hüfte (Sonographie), Hörtest |
| U4 | 3.–4. Monat | Motorik, Sehen, Hören |
| U5 | 6.–7. Monat | Entwicklung, Impfstatus |
| U6 | 10.–12. Monat | Stehen, erste Wörter |
| U7 | 21.–24. Monat | Sprache, soziale Entwicklung |
| U7a | 34.–36. Monat | Vorschulstufe, Sehtest |
| U8 & U9 | 43–48 / 60–64 Monat | Schulreife, Verhalten |
Alle Untersuchungen sind kostenlos (GKV-Kassenleistung).
Mein Tipp: Teile das in 3 Gespräche auf: 1) Absicherung (Risikolebens + BU), 2) Elterngeld-Optimierung + Elternzeit-Planung, 3) Altersvorsorge + Kindervorsorge. So ist nichts überwältigend.
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